Beim Reizen entscheidet sich, wer allein spielt. Wer eine Zahl sagt, verspricht, dass sein Spiel mindestens so viel wert ist.
Am Tisch gibt es drei Plätze, benannt nach der Reihenfolge, in der gespielt wird: die Vorhand sitzt links vom Geber, danach kommt die Mittelhand, der Geber selbst ist die Hinterhand. Gereizt wird in zwei Runden:
Wer die Zahlen sagt, ist der Sager. Wer antwortet, ist der Hörer. Der Hörer sagt "ja", wenn er die Zahl hält, oder "weg", wenn er passt. Nach jedem "ja" muss der Sager höher gehen oder aufgeben. Wer aufgibt oder passt, ist raus.
Bei gleicher Zahl geht die Reihenfolge am Tisch vor: die Vorhand schlägt die Mittelhand, die Mittelhand schlägt die Hinterhand. Deshalb muss der Sager immer höher gehen, der Hörer darf mit derselben Zahl mitgehen.
Gesagt werden dürfen nur Zahlen, die als Spielwert vorkommen können. Die kleinste ist 18, ein Karo mit 1. Weil jede Zahl ein Spielwert sein muss, ergibt sich eine feste Leiter:
| Spielart | 2 Stufen | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Karo (9) | 18 | 27 | 36 | 45 | 54 | 63 | 72 |
| Herz (10) | 20 | 30 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 |
| Pik (11) | 22 | 33 | 44 | 55 | 66 | 77 | 88 |
| Kreuz (12) | 24 | 36 | 48 | 60 | 72 | 84 | 96 |
| Grand (24) | 48 | 72 | 96 | 120 | 144 | 168 | 192 |
Dazu kommen die vier festen Werte der Nullspiele: 23 (Null), 35 (Null Hand), 46 (Null Ouvert) und 59 (Null Ouvert Hand). Ein Farbspiel hat mindestens zwei Stufen, weil schon eine Spitze und das Spiel selbst zählen. Woher die Stufen kommen, steht in Skat zählen und abrechnen.
Aus dieser Tabelle und den Nullwerten ergeben sich 63 verschiedene Zahlen. Wer im Kopf mitreizt, sagt der Reihe nach:
18, 20, 22, 23, 24, 27, 30, 33, 35, 36, 40, 44, 45, 46, 48, 50, 54, 55, 59, 60, 63, 66, 70, 72, 77, 80, 81, 84, 88, 90, 96, 99, 100, 108, 110, 117, 120, 121, 126, 130, 132, 135, 140, 143, 144, 150, 153, 154, 156, 160, 162, 165, 168, 170, 176, 180, 187, 192, 198, 204, 216, 240, 264.
264 ist der höchste Wert, den es gibt: ein Grand Ouvert Hand mit 4, also 24 × 11.
Die gesagte Zahl ist eine Zusage. Am Ende muss der tatsächliche Spielwert mindestens so hoch sein wie der gereizte, sonst ist man überreizt und das Spiel ist verloren, auch wenn man 61 Augen holt.
Eine Hilfe gibt es: wer Hand spielt, bekommt eine Stufe dazu. Herz mit 2 Hand ist 10 × 4 = 40. Dazu muss man den Skat aber tatsächlich liegen lassen, die Stufe zählt nur, wenn man sie spielt.
Als sichere Untergrenze gilt: Grundwert × (Spitzen + 1). Die Spitzen sind die Zahl hinter "mit" oder "ohne", das Spiel zählt eine Stufe. Alles, was darüber kommt, ist Zugabe, etwa Schneider oder eine Bockrunde, die man beim Reizen nicht mitzählt.
Auf der Hand liegen der Kreuz-Bube und der Pik-Bube, dazu eine lange Farbe. Das ist "mit 2", also drei Stufen:
Wer auf 36 reizt und am Ende Herz spielt, hat sich überreizt. Deshalb zählt man erst, welche Spielart man tatsächlich spielen will, und reizt nur bis zu deren Wert. Hausregeln wie Kontra und Re oder die Bockrunde spielen beim Reizen keine Rolle, sie verdoppeln erst den fertigen Spielwert.
Passen die Mittelhand und die Hinterhand, darf die Vorhand trotzdem spielen, ohne eine Zahl gesagt zu haben. Das Spiel muss dann mindestens 18 wert sein. Passen alle drei, wird nach der Skatordnung neu gegeben. Viele Runden spielen stattdessen Ramsch, das ist eine Hausregel.
Die Grundwerte stehen auf der Skatliste zum Ausdrucken, damit man beim Reizen nicht rechnen muss. Wer einen Spielwert prüfen will, gibt ihn im Skatrechner ein und sieht den ganzen Rechenweg. Einen Überblick über alle Regeln gibt es in Die Skat-Regeln im Überblick.
Der Skat Punkte Rechner zählt den ganzen Abend mit: alle Spielarten, Bock und Ramsch automatisch, Statistik über alle Abende. Kostenlos für Android und iPhone.